DEFINITION:
Die allogene Transplantation wird mit Blutstammzellen eines gesunden Fremdspenders durchgeführt. Sie kommt gewöhnlich dann zum Einsatz, wenn die zu behandelnde Krankheit vor allem das Knochenmark betrifft.
BESCHREIBUNG DES VERFAHRENS:
Als Spender bei der allogenen Transplantation kommen zunächst vor allem kompatible Geschwister in Frage. Ist diese Möglichkeit nicht verfügbar, so können auch die Blutstammzellen eines anderen Fremdspenders benutzt werden.
Auch Personen, die nicht derselben Familie angehören, können Spender sein. In diesem Fall muss ein kompatibler Spender unter den in den verschiedenen Ländern eingetragenen Freiwilligen gesucht werden.
In einigen Fällen werden für die Transplantationen Blutstammzellen aus der Nabelschnur verwendet. Kann in den internationalen Spenderverzeichnissen oder in den Nabelschnurbanken kein kompatibler Spender gefunden werden, so kann auf einen teilweise kompatiblen Familienangehörigen zurückgegriffen werden (haploidentische Knochenmarktransplantation).
VOR DER TRANSPLANTATION:
Vor einer Transplantation hämatopoetischer Stammzellen muss eine vorbereitende Behandlung durchgeführt werden. Gewöhnlich kommt zu diesem Zweck eine hochdosierte Chemotherapie, die eventuell auch mit einer Strahlentherapie kombiniert werden kann, zur Anwendung. Diese Behandlung ist notwendig, um die kranken Zellen vor der Behandlung abzutöten und um das Immunsystem des Empfängers so zu schwächen, dass die Stammzellen des Spenders nicht abgestoßen werden.
NACH DER TRANSPLANTATION:
Die Patienten, die einer allogenen Transplantation hämatopoetischer Stammzellen unterzogen werden, müssen unter besonderen Umständen im Krankenhaus verweilen, bis sich die eingeführten Stammzellen regeneriert haben und neue Zellen in ausreichender Menge erzeugen, welche die durch die Vorbehandlung zerstörten ersetzen. Je nach Art der durchgeführten Transplantation und Vorbehandlung ist daher ein Krankenhausaufenthalt von 2 bis 4 Wochen notwendig.
Komplikationen können sich infolge der Abstoßung der Stammzellen durch das Immunsystem des Empfängers oder infolge der Abwehrreaktion des Immunsystems des Spenders gegen die Körperzellen des Empfängers (Abwehrzellen) ergeben, besonders wenn eine geringere Kompatibilität gegeben ist. Aus diesem Grund muss für eine Zeitspanne von mindestens 6 Monaten eine immunsupressive Behandlung durchgeführt werden.